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24.09.2008 - Mindset Elektroauto Enthüllung

Die Mindset AG und Hauptaktionär Lorenzo Schmid luden am 24. September 2008 Investoren und Presse zur Information über die Halbjahreszahlen und Enthüllung des aktuellsten Prototypen des Mindset Elektroautos ein.

080924_Mindset_04_320 Im edlen Umfeld des neuen Grand Hotel Dolder am Zürichberg wurde der Mindset präsentiert. Designer Murat Günak erläuterte das Konzept und die Gestaltungsphilosophie hinter dem Fahrzeug, musste allerdings nach seinem Vortrag gleich weiter zur nächsten Enthüllung. Einzelne Gestaltungselemente erinnern durchaus entfernt ans TWIKE. So sind die betont grossen und schmalen Reifen als Symbol der Leichtigkeit und des geringen Rollwiderstandes zu verstehen. Im Vergleichsbild zum Mini wirkt der Mindset tatsächlich eher wie eine elegante Kutsche und weniger Formel 1-mässig. Die freistehenden Hinterräder sollen zeigen, dass dazwischen ein neues Antriebskonzept verborgen ist. Das hat Auswirkungen auf die Aerodynamik, denn grosse, offene Räder gelten allgemein als Luftbremse. Verkleidete Räder im Stil des Citroen DS oder General Motors EV1 würden die Aerodynamik betonen. Trotzdem, die Tests mit dem 1:5-Modell im Windkanal zeigen immer sensationelle Cw-Werte und geben gute Beweisbilder.

Die klassische Coupéform mit der langen Motorhaube machen den Mindset zu einem richtigen, sportlich-eleganten Auto. Das Mäuschengesicht soll absichtlich bei Tageslicht einen netten Eindruck machen, bei Dunkelheit werden die runden Augen mit den darunterliegenden LED-Augenbrauen zur kleinen Raubkatze.

Die Halbjahreszahlen entsprechen den Erwartungen. Es wurden rund 5 Mio. CHF in die Entwicklung investiert. Die Details zur aktuellen Cash-burn Rate und verfügbaren Mitteln wurden diskret umschrieben. Klar, solange nichts geliefert wird, kommt auch kein Geld rein und die Wertpapiere, die eigentlich etwas an die Entwicklung quersubventionieren sollten, sind bei der heutigen Börsenlage ziemlich wertlos.

Kalkuliert wird mit einem Produktionsvolumen von 4'500 Fahrzeugen im Zeitraum von drei Jahren. Gegen Ende 2008 soll als nächster Schritt ein fahrbarer und voll ausgerüsteter Prototyp bereit stehen.


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Der (nicht fahrbare) Prototyp lädt zum Probesitzen ein. Das Ladekabel ist bereits im Betrieb, auch wenn es momentan nur dazu dient, die Scheinwerfer und die schönen, grünen Lämpchen mit Strom zu versorgen. Die grossen Weisswandreifen leuchten nachts wie früher die Sicherheits-Fahrradreifen. Die Verknüpfung mit der Effizienz des Fahrrades funktioniert zumindest auf den ersten Eindruck, auch wenn der Reifen die gleiche Breite hat wie ein normaler Autoreifen (braucht er ja auch, da das Gewicht verteilt werden muss). Auch bei der Marke "Vredestein" blieb man den früheren TWIKE-Reifen treu (leider sind diese inzwischen nicht mehr lieferbar, sodass man auf Michelin oder Continental umsteigen musste).

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Auch Damen sind willkommen (vorallem natürlich als attraktive Beisitzerinnen). Die grossen Männer verneigen sich beim Einsteigen automatisch, nicht aus Höflichkeit, sondern wegen der tiefen Dachkante, dafür gibt das Glasdach dann den Blick zum Vollmond frei.

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Lorenzo Schmid erklärt stolz das Konzept und die Funktion der asymmetrischen Flügeltüre auf der rechten Heckseite.

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Wie eine Schatztruhe lässt sie sich öffnen – für Bierkisten zu laden eher weniger gedacht, denn das grosse Rad steht davor. Weitere Klappen hat der Mindset zumindest im Protoyp nicht. Ist ja auch kein Nutzfahrzeug, sondern ein Lifestyleprodukt.

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Das kantig-runde Heck mit den freigestellten Rädern erinnert an irgendwas, es fehlen nur noch die Blumen drauf . . . wohl kaum mit geplanter Gestaltungsabsicht. Die grüne Lampe oben zeigt an, dass der Mindset emissionsfrei fährt. Als erfahrener TWIKEer hofft man, dass die Anzeige auch als von Distanz gut sichtbare Ladezustandsanzeige umfunktioniert werden könnte.

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Das breite Sofa lädt zum Verweilen ein. Die Zeiten, als das Auto als Ersatz für die Wohnung diente, werden wieder wach und man hofft, dass der Flachbildschirm auch DVD-tauglich ist . . . allerdings müsste dann das Lenkrad noch aus dem Weg. Vielleicht gibt es dann auch wieder andere Freizeitaktivitäten, die man im Auto machen könnte, wie Drive-in Kinos oder auf den Züriberg fahren zum "Parken".
Noch zu klären ist, wozu man in einem Elektroauto drei Fusspedale braucht.

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Im Parkhaus braust unterdessen mit quietschenden Reifen der Mad-Mex um die Pfeiler. Die Beschleunigung ist nur durch die Haftung der Reifen am glatten Boden begrenzt. Um ein Schleudertrauma beim Beschleunigen zu vermeiden, sind Kopfstützen notwendig. Auch wenn die Erscheinung noch nicht stimmt, soll die Testplattform zeigen, dass mit einer > 40kW Asynchronsteuerung von Brusa (sieht der Insider an der Bezeichnung "Dampfrad", ein Begriff aus Tour-de-Sol-Zeiten für den damals bei Bleibatterien notwendigen Leistungsbegrenzungsschalter) die Fahrleistungen stimmen, wers nicht glauben will, muss es spüren!

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Als nicht ganz unerfahrener Beifahrer stelle ich natürlich etwas andere Fragen. Die Funktion von Rekuperation und die erstaunliche Tatsache, dass man nicht zu Schalten braucht, können wir überspringen.
Die 385 Volt Batteriespannung kommt mir bekannt vor. Es ist (zufällig?) genau die gleiche Systemspannung wie bei den neuen Lithium-Eisenphosphat Batterien beim TWIKE. Über die Batterien ist nur so viel bekannt, dass es tatsächlich diese neue Batterietechnologie ist. Aus Sicherheitsgründen und wegen der Robustheit und Langlebigkeit setzen inzwischen fast alle Fahrzeughersteller auf die LiFePO4-Technologie. Auch die Post hat soeben mitgeteilt, dass sie 250 Roller anschafft mit diesen Batterien >>> siehe www.post.ch



Die Präsentation war perfekt, die Prototypen sehen edel und professionell aus, und die Fahrleistungen lassen auch keine Zweifel offen. Vieles stimmt, der Markt ist bereit. Bis zur Serie ist es jedoch noch ein langer Weg. Es wäre schön, wenn Mindset neben den Teslas, Volts und anderen Elektrosportwagen in der Szene und vorallem auf der Strasse den (unhörbaren) Ton angeben würde.

Reservationen kann man übrigens bei Mindset plazieren (www.mindset.ch / info@mindset.ch)

Ralph Schnyder, 25.9.08



Links zu weiteren Artikeln über Mindset:

  • Kurzbericht >>> www.ecomobil-magazin.de

  • Antwort auf die Frage der 3 Pedale: >>> www.wattgehtab.com
  • TWIKE Klub Schweiz Kontakt